Blutegeltherapie

Die Blutegeltherapie ist ein Heilverfahren, dass es schon seit mindestens drei Jahrtausenden gibt. Bereits die Heilkundigen im alten Babylon setzten Blutegel an, um ihre meist hochgestellten Patienten von „schlechten Säften“ zu befreien. Auch in der indisch-ayurvedischen Therapie war die Blutegeltherapie ein fester Bestandteil. Etwa zweihundert Jahre vor Christus gab es dann die ersten Blutegelbehandlungen in Europa. Im Mittelalter war das Ansetzen von Blutegeln die Therapie der armen Leute, die sich den Arzt nicht leisten konnten. Nach und nach ging die Bedeutung der Methode zurück, galt als rückständig und unwissenschaftlich. Erst in den letzten Jahren erlebt die Blutegeltherapie gewissermaßen eine Wiedergeburt. Sie wird immer häufiger in Naturheilpraxen und machmal sogar auch von der Schulmedizin eingesetzt. Viele Menschen bevorzugen wieder die natürlichen Mittel der Naturheilkunde, statt immer gleich nach der chemischen Keule zu greifen. Heilpraktiker sprechen bei der Blutegeltherapie oft auch von „lebendiger Medizin“, die sanft die Selbstheilungskräfte des Körpers stärkt.

Für welche Beschwerden eignet sich die Blutegeltherapie?

Blutegel werden besonders zur Behandlung von Krampfadern und Besenreisern, bei Venenleiden, Arthrose, Rheuma und Gicht eingesetzt. Auch bei Migräne und Tinitus hat sich die Blutegeltherapie bewährt. Aber es gibt auch noch viele andere Anwendungsmöglichkeiten. Für alle Erkrankungen, die mit Durchblutungsstörungen oder Entzündungen einhergehen, ist die Blutegeltherapie prinzipiell sehr gut geeignet.

Blutegeltherapie auf der Haut
Blutegeltherapie beim Menschen

Was ist ein Blutegel und wie wird er therapeutisch eingesetzt?

Blutegel gehören zur Gattung der Regenwürmer. Sie sind zwei bis vier Zentimeter lang und leben in Teichen und Tümpeln. Für die Therapie werden sie in speziellen Farmen gezüchtet. Das wichtigste Organ vom Blutegel sind seine drei Kiefer, alle mit kräftigen Zähnchen besetzt. Ein Blutegel lebt davon, seine Zähne in ein Opfer (Frosch, Fisch, Wirbeltier oder Mensch) zu schlagen und sein Blut zu saugen. Dabei sondert er über die Speicheldrüsen ein sehr spezielles Sekret ab. Einige der darin vorhandenen Wirkstoffe sind bekannt, so das gerinnungshemmende Hirudin, die antibiotisch wirkende Hyaluronidase sowie Bdelline und Egine, die entzündunshemmend wirken. Bei einer Blutegelbehandlung werden einige Tiere an die betroffenen Stellen angelegt und tun dann das, was sie von Natur aus tun. Sie beißen zu und saugen. Durch die Blutegeltherapie wird sowohl der Blut- als auch der Lymphfluss angeregt. Schwellungen und Wasseransammlungen im Körper werden abgebaut, das in die Bisswunde abgegebene Sekret wirkt schmerzstillend, krampflösend und heilend. Der Biss des Blutegels ist kaum schmerzhafter als ein Insektenstich und der Blutverlust für einen Menschen sehr geringfügig. Wenn der Egel sich vollgesogen hat, was 20 bis etwa 90 Minuten dauern kann, fällt er von selbst ab. Nach dem Abfallen kommt es noch eine gewisse Zeit zu Nachblutungen, die aber gewollt sind, weil sie die Wirkung noch verstärken. Viele Patienten verspüren schon nach der ersten Blutegeltherapie eine deutliche Linderung ihrer Beschwerden.

Videos wurden mit Movavi erstellt

Leave a Comment